Die Strategie der Primarschule Dübendorf 2010 - 2014Die Primarschulpflege Dübendorf hat sich für die Legislaturperiode 2010 bis 2014 Schwerpunkte für ihre künftige Arbeit gesetzt. Dabei hatte sie die stadträtlichen Zielvorgaben vor Augen. Bei der Primarschulpflege liegen sechs unruhige und enorm fordernde Jahre zurück. Das hat mit den Reformen im Schulwesen und der Umsetzung des neuen kantonalen Volksschulgesetzes zu tun. Gleichzeitig erfolgte die kommunale Behörden- und Verwaltungsreform. Die Legislaturperiode 2010 bis 2014 der Primarschule Dübendorf soll im Zeichen der Konsolidierung stehen. Die Devise „weniger ist mehr“ hat Gültigkeit für alle neuen Schulprojekte. Ein attraktives Erscheinungsbild für eine fortschrittliche Schule Die Primarschule Dübendorf stärkt ihr Profil und wird erkennbar und identifizierbar. Ein attraktives Erscheinungsbild trägt zum guten Image der Schule bei. Die Primarschule Dübendorf und ihr pädagogisches Profil soll von den Mitarbeitenden und von der Bevölkerung positiv wahrgenommen werden. Um das zu erreichen, wird die Öffentlichkeitsarbeit intensiviert. Erläuterungen Die letzte Legislaturperiode war geprägt von Reformen und Neuerungen, welche der Primarschule Dübendorf eine entscheidende Entwicklung hin zu einer modernen Schule gebracht haben. Es gilt nun, diese positive Veränderung nach innen und aussen zu kommunizieren. Die Primarschule Dübendorf sorgt mit einer wirkungsvollen Öffentlichkeitsarbeit dafür, dass das Bild einer fortschrittlichen Schule und einer attraktiven Arbeitgeberin sowohl von der Bevölkerung als auch ihrem Personal wahrgenommen wird. Eine zeitgemässe Infrastruktur, einladend gestaltete Schulhäuser und Pausenplätze sowie eine verstärkte Medienpräsenz vermitteln das Bild der modernen Schule nach aussen. Die Kommunikation mit Stadtrat, Gemeinderat und Bevölkerung (beispielsweise Infoveranstaltungen) wird stärker gesucht. Primär sind es die kompetenten Lehrpersonen, die für eine hohe Schulqualität sorgen. Der Suche nach den besten Lehrerinnen und Lehrern auf dem derzeit ausgetrockneten Stellenmarkt misst die Schulpflege höchste Priorität zu. Gute Leistungen werden dann erbracht, wenn die Lehrpersonen motiviert sind und mit hoher Identifikation für „ihre“ Schule arbeiten. Durch eine nachhaltige, wertschätzende Personalpolitik profiliert sich die Primarschule Dübendorf als attraktive Arbeitgeberin. Schulleitungen optimal unterstützen Die gut zugängliche und unbürokratische Entlastung von administrativen Arbeiten durch die Schulverwaltung stehen den Schulleitungen und den Lehrpersonen zur Verfügung. Erläuterungen Durch Reformen und wachsende Anforderungen im Schulwesen sind Schulleitungen enorm gefordert. Deshalb wird die Schulverwaltung alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Schulleitungen im administrativen Bereich zu entlasten. Das Sekretariat erledigt beispielsweise im Auftrag der Schulleitungen deren Korrespondenz, erfasst Daten und schreibt Protokolle. Bestehende Abläufe werden geprüft und vereinfacht. Schule wirksam führen Die Primarschule erlässt und vermittelt Führungsgrundsätze, die von allen Mitarbeitenden zu beherzigen sind. Erläuterungen Verschiedene Teamentwicklungs-Anlässe fördern die Gemeinschaft innerhalb der Schulhausteams. Die Schulleitungen sorgen dafür, dass die Anforderungen an Lehrpersonen geklärt sind und tragen der in letzter Zeit gestiegenen Belastungssituation Rechnung, indem sie den Lehrpersonen unterstützend und beratend zur Seite stehen. Es sollen bestehende Führungsgrundsätze gemeinsam überarbeitet werden. An einer gemeinsamen Veranstaltung werden Führungsgrundsätze vorgestellt und erläutert. Unterstützung der Lehrpersonen im Umgang mit Vielfalt Die Volksschule bietet allen Kindern, unabhängig von deren sozialer und kultureller Herkunft, die gleichen Chancen. Die Lehrpersonen erhalten Unterstützung im Umgang mit kultureller Vielfalt, Leistungsheterogenität und disziplinarischen Schwierigkeiten. So können die Probleme mit schwierigen Schülern und schwierige Klassensituationen rasch und unbürokratisch gemeistert werden. Erläuterungen Die Primarschule Dübendorf bietet ihren Schülerinnen und Schülern bestmögliche Rahmenbedingungen für erfolgreiches Lernen. Ein angenehmes Lernklima und abwechslungsreiche Unterrichts- und Lernformen wecken die Neugier und das Interesse am Schulstoff. Die Freude am Lernen und an der eigenen Leistung soll im Vordergrund stehen. Besondere Stärken und Talente der Lernenden werden erkannt und – in der Regel innerhalb des Klassenverbandes – gezielt gefördert. Ausnahmetalente erhalten die Möglichkeit, während der Schulzeit extern in einer kleinen Gruppe (Mentoring) an eigenen Projekten zu arbeiten. Kinder mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen, erhalten individuelle Förderung und Unterstützung durch schulische Heilpädagogen, die in jedem Schulhaus arbeiten. Die im letzten Jahr begonnene Umsetzung des Sonderpädagogischen Konzepts gibt eine individualisierende und integrative Förderpraxis vor. Die daraus folgenden, weitreichenden Veränderungen in der Unterrichtsgestaltung haben einen mehrjährigen Entwicklungsprozess auf verschiedenen Ebenen zur Folge. Die vielen fremdsprachigen Kinder, die in Dübendorf zur Schule gehen, erhöhen die Heterogenität in einzelnen Quartierschulhäusern. Im Schuljahr 2010/11 waren 55 Prozent der Kinder, die neu in den Kindergarten eintraten, nicht in der Lage Deutsch zu verstehen oder zu sprechen. Der Umgang mit dieser Vielfalt ist eine besondere und schöne Bereicherung, aber in erster Linie auch eine grosse Herausforderung für die Schule. Der Anteil der fremdsprachigen Kinder in Dübendorf wird in den nächsten Jahren auf hohem Niveau bleiben. Die Primarschulpflege verstärkt deshalb ihre Anstrengungen, in jedem Schulhaus bestmögliche Rahmenbedingungen für erfolgreiches Lernen zu schaffen. Schulen mit hoher Fremdsprachigkeit erhalten – zusätzlich zu den kantonalen QUIMS-Projekten – auch kommunale Unterstützung. So können alle Lernenden gute Leistungen erbringen. Das Dübendorfer Projekt „Einbezug der Eltern von fremdsprachigen Kindern“ auf der Kindergartenstufe, wird im Lauf dieser Legislaturperiode flächendeckend ausgebaut. In diesen gut besuchten, obligatorischen Deutschkursen lernen Mütter und Väter gemeinsam mit ihrem Kind deutsch. Überdies werden ihnen unser Schulsystem und unsere Kultur nähergebracht. Sie erhalten so die Chance, als gut informierte und verlässliche Partner ihre elterlichen Aufgaben und Pflichten gegenüber der Schule wahrzunehmen. In Kindergärten mit einem sehr hohen Anteil an fremdsprachigen Kindern arbeiten während einigen Stunden pro Woche zwei Lehrpersonen gleichzeitig. Das Ziel ist ein guter Schulstart für alle Kinder, unabhängig davon, in welchem Quartier sich ihr Schulhaus befindet. Seit der Auflösung der Kleinklassen werden alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam in den Regelklassen unterrichtet, was gelegentlich zu schwierigen Klassensituationen führt. Sofort wirksame, niederschwellige Timeout-Lösungen, die vorübergehend sowohl das Kind wie auch die Klassensituation beruhigen, stehen den Lehrpersonen zur Verfügung. Transparente Schülerbeurteilung Die Vorgehensweise und die Kriterien der Schülerbeurteilung werden für die gesamte Primarschule vereinheitlicht und den Beurteilten, deren Eltern und nachfolgenden Schulen verständlich und nachvollziehbar dargelegt. Erläuterungen Die Primarschule Dübendorf will mit einer einheitlichen Beurteilungspraxis, die für alle ihre Schulen gilt, die Leistungen der Lernenden vergleichbar machen. Das ist im Hinblick auf den Übertritt in die nächste Schulstufe hilfreich. Die Transparenz in der Beurteilung ermöglicht es den Eltern, sich über die Lernfortschritte ihres Kindes besser zu orientieren. Mittel- und langfristige Schulraumplanung Die Liegenschaften und Grundstücke der Schule werden hinsichtlich ihrer Standortqualität und Wirtschaftlichkeit überprüft und bei entsprechendem Handlungsbedarf weiterentwickelt. Für die Schulraumplanung wird eine verlässliche Datengrundlage erstellt, die pädagogische Anforderungen und bauliche Gegebenheiten berücksichtigt. Erläuterungen Die Primarschule Dübendorf erfüllt heute ihre Aufgaben in verschiedenen Gebäuden (Quartierschulhäuser), die zum Teil über hundert Jahre alt sind. Der Handlungsbedarf ist gross. Es muss geprüft werden, ob die vor Jahren gewählten Standorte der Schulhäuser und Kindergärten zweckmässig sind und der heutigen und künftigen Stadtentwicklung gerecht werden. Damit soll gewährleistet sein, dass nicht grosse bauliche Investitionen für Schulhaus-Sanierungen getätigt werden, deren Standort sich in Zukunft als ungünstig erweist. Zudem sind in den letzten Jahren die Aufgaben der Schule gewachsen. Zusätzlich zu den notwendigen Instandhaltungsarbeiten müssen die Schulhäuser erweitert werden. Neue Unterrichtsformen, moderne Medien, die Integration der Musikschule sowie der schulergänzenden Angebote benötigen Schulraum. Wenn immer möglich sollen die Klassenzimmer mit angegliederten Gruppenräumen ausgestattet werden. Engere Zusammenarbeit mit der Sekundarschule Die gesamte kommunale Volksschule wird als Ganzes wahrgenommen. Ein regelmässiger Informationsaustausch auf allen Ebenen soll zwischen der Sekundarschule und der Primarschule institutionalisiert werden. Erläuterungen Die Primarschulpflege ist bestrebt, durch gemeinsame Sitzungen und Weiterbildungen die Zusammenarbeit mit der Sekundarschule zu stärken. Dem Informationsaustausch kommt hohe Priorität zu. Insbesondere für Schülerinnen und Schüler mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen müssen verbindliche Abläufe definiert werden. Die Vernetzung der Ressorts, die sich mit Schülerbelangen befassen, erleichtern die Transparenz und Durchlässigkeit beim Übertrittsverfahren und dienen schlussendlich dem Wohl der Lernenden. Die Vision der Primarschulpflege ist der Zusammenschluss mit der Sekundarschule.
Leitbild der Volksschule des Kantons ZürichDie Volksschule ist Stätte der Menschenbildung für die heranwachsende Generation. Als Bildungsstätte des Volkes wird sie vom Gemeinwesen getragen. Sie steht allen Kindern offen, ohne Unterschied des Geschlechts, der Konfession und der Herkunft. Alle haben in ihr die gleichen Rechte und Pflichten. Allen will sie die gleichen Chancen bieten. Die Volksschule leitet – in Zusammenarbeit mit dem Elternhaus – die Heranwachsenden dazu an, individuelle Erfahrungen in ihrer sozialen, kulturellen und natürlichen Umwelt zur Entfaltung der eigenen Anlagen zu nutzen. Sie fördert die Bereitschaft der Kinder und Jugendlichen, zusammen mit ihren Mitmenschen Verantwortung für das Zusammenleben in der Gesellschaft, für die Pflege der Kultur und den Schutz der Natur zu tragen. Freude soll die Grundstimmung sein, die in der Schule vorherrscht: Das mögen Lernfreude, Sinnesfreude, Bewegungs- und Spielfreude sein. Dazu gehören aber auch Wohnlichkeit und Gemütlichkeit. Lebensfreude soll sich im Alltag der Schule ausbreiten. So wie die Kindheit mehr als eine Vorstufe der Jugend, Jugend mehr als eine Vorstufe des Erwachsenseins, so ist auch die Schule mehr als Vorbereitung auf das Leben, sie ist ein Stück Leben, das es zu gestalten gilt. Zehn Grundhaltungen sollen die Schule prägen (Neuer Zürcher Lehrplan, S. 3ff):
(Herausgegeben von der Erziehungsdirektion des Kantons Zürich, Ausgabe 1991)
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